{"id":144,"date":"2017-07-01T07:48:51","date_gmt":"2017-07-01T07:48:51","guid":{"rendered":"https:\/\/blogit.utu.fi\/reformationfinland\/?p=144"},"modified":"2017-07-01T07:48:51","modified_gmt":"2017-07-01T07:48:51","slug":"2-die-reformation-in-schweden-und-finnland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogit.utu.fi\/reformationfinland\/2017\/07\/01\/2-die-reformation-in-schweden-und-finnland\/","title":{"rendered":"2. Die Reformation in Schweden und Finnland"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_195\" style=\"width: 233px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-195\" class=\" wp-image-195\" src=\"https:\/\/blogit.utu.fi\/reformationfinland\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2017\/06\/Gustav_Vasa-229x300.jpg\" alt=\"\" width=\"223\" height=\"292\" srcset=\"https:\/\/blogit.utu.fi\/reformationfinland\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2017\/06\/Gustav_Vasa-229x300.jpg 229w, https:\/\/blogit.utu.fi\/reformationfinland\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2017\/06\/Gustav_Vasa.jpg 312w\" sizes=\"auto, (max-width: 223px) 100vw, 223px\" \/><p id=\"caption-attachment-195\" class=\"wp-caption-text\">K\u00f6nig Gustav Wasa. Jacob Binck. Wikimedia Commons.<\/p><\/div>\n<p>Gustav Wasa, der neu gew\u00e4hlte K\u00f6nig von Schweden, sah sich einem ernsten Problem gegen\u00fcber, als sein Land kurz vor dem Bankrott stand. In dieser Situation machte man den K\u00f6nig mit den neuen protestantischen Ideen bekannt, die die Kirche kritisierten, dass sie zu viel Macht und Reicht\u00fcmer besitze. Der K\u00f6nig beschloss, sein Land dem Luthertum zuzuf\u00fchren. Das entscheidende Ereignis war die Einberufung des Schwedischen Reichstags, des schwedischen Parlaments, im Jahr 1527 in der Stadt V\u00e4ster\u00e5s. Der Reichstag befahl Bisch\u00f6fen und Domkapiteln, dem K\u00f6nig einen Bericht \u00fcber ihr Eigentum vorzulegen, und der K\u00f6nig \u00fcbernahm dann den L\u00f6wenanteil der G\u00fcter der Kirche. Wichtige kirchliche Positionen wurden mit Personen besetzt, die der lutherischen Sache geneigt waren, und der K\u00f6nig wurde anstelle des Papstes zum Oberhaupt der Kirche bestimmt.<\/p>\n<p>Nach dem Tod K\u00f6nig Gustavs I. im Jahr 1560 wurde sein Sohn Erik XIV. zum K\u00f6nig gekr\u00f6nt, aber er wurde bald wegen psychischer Instabilit\u00e4t entthront. Daraufhin wurde im Jahr 1568 sein Bruder Johann gekr\u00f6nt. K\u00f6nig Johann III. war mit der polnischen Prinzessin Katharina Jagiellonica verheiratet und hatte versprochen, ihren Sohn Sigismund im katholischen Glauben zu erziehen.<\/p>\n<p>K\u00f6nig Johann III. interessierte sich f\u00fcr den katholischen Glauben. Dies ist m\u00f6glicherweise auf die Tatsache zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass es um die wirtschaftliche Lage des Landes immer noch ziemlich schlecht beschaffen war<\/p>\n<div id=\"attachment_198\" style=\"width: 196px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-198\" class=\"size-medium wp-image-198\" src=\"https:\/\/blogit.utu.fi\/reformationfinland\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2017\/06\/Johan_III-186x300.jpg\" alt=\"\" width=\"186\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blogit.utu.fi\/reformationfinland\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2017\/06\/Johan_III-186x300.jpg 186w, https:\/\/blogit.utu.fi\/reformationfinland\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2017\/06\/Johan_III.jpg 422w\" sizes=\"auto, (max-width: 186px) 100vw, 186px\" \/><p id=\"caption-attachment-198\" class=\"wp-caption-text\">K\u00f6nig Johann III.: Johan Baptista van Uther. Schwedisches Nationalmuseum. Wikimedia Commons.<\/p><\/div>\n<p>und der Papst ihm m\u00f6glicherweise geholfen h\u00e4tte, einen Teil des sagenhaften Verm\u00f6gens seiner Schwiegermutter zu bekommen. K\u00f6nigin Katharina spielte eine betr\u00e4chtliche Rolle in den Verhandlungen und war die bedeutendste Gestalt der Gegenreformation in Schweden. Trotz aller Bem\u00fchungen wurden die Beziehungen zum Heiligen Stuhl nicht besser.<\/p>\n<p>Als K\u00f6nig Johann III. im Jahr 1592 starb, erbte sein katholischer Sohn Sigismund die schwedische Krone. Sigismund war jedoch bereits K\u00f6nig von Polen-Litauen und dazu verpflichtet, dort zu leben. Da Sigismund nicht in der Lage war, rasch auf die ver\u00e4nderte Situation in Schweden zu reagieren, ergriff sein Onkel, K\u00f6nig Johanns Bruder, Herzog Karl die Initiative und berief eine Versammlung in Uppsala ein. Dort wurde der lutherische Glaube als die Religion des Schwedischen Reichs best\u00e4tigt. Als Sigismund in Schweden eintraf, musste er die Entscheidungen der Versammlung von Uppsala vor seiner Kr\u00f6nung akzeptieren. Dies bedeutete, dass obwohl er nominell das Oberhaupt der schwedischen Kirche war, er keine Katholiken zu Erzbisch\u00f6fen ernennen konnte, und seine Befugnisse als Monarch wurden auch in anderer Hinsicht eingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>Sigismund musste nach Polen-Litauen zur\u00fcckkehren und w\u00e4hrend seiner Abwesenheit wurde Herzog Karl rasch das De-facto-Oberhaupt von Schweden und befand sich bald im offenen Krieg mit K\u00f6nig Sigismund. Die Feindseligkeiten zwischen Herzog Karl und K\u00f6nig Sigismund zogen besonders Finnland in Mitleidenschaft, da sie Aufst\u00e4nde und einen kleinen B\u00fcrgerkrieg im Land verursachten. Die Adeligen in Finnland blieben Sigismund bis zum Jahr 1599 treu, aber schlussendlich riss Herzog Karl das gesamte K\u00f6nigreich an sich und wurde zum K\u00f6nig gekr\u00f6nt. Seine Kr\u00f6nung besiegelte endg\u00fcltig, dass Schweden und Finnland lutherische L\u00e4nder wurden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p><strong>Adelige<\/strong><\/p>\n<p>Die Adeligen in Finnland hatten eine praktische Einstellung zur Religion inmitten der Reformation. Religion war ihnen nicht gleichg\u00fcltig, aber die Reformation hatte sehr praktische Folgen. Zum Beispiel, wenn Nonnenkl\u00f6ster geschlossen w\u00fcrden, wie sollten die unverheirateten Frauen der Familie versorgt werden? Wie sollte sichergestellt werden, dass die Familie das Land, das sie der Kirche in der katholischen Zeit gestiftet hatte, wieder zur\u00fcckbekam?<\/p>\n<p>Einige Adelige in Finnland m\u00f6gen mit der katholischen Sache sympathisiert haben &#8211; zumindest Klaus Eriksson Fleming, einer der h\u00f6chsten Beamten in Schweden, unterst\u00fctzte den katholischen K\u00f6nig Sigismund und beschenkte einige katholische Priester. Er war sogar der Idee wohlgeneigt, Finnland von Schweden zu trennen und in Polen-Litauen zu integrieren. Sein Tod im Jahr 1597 machte diesen Pl\u00e4nen ein Ende.<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p><strong>Gegenreformation in Finnland<\/strong><\/p>\n<p>K\u00f6nigin Katharina Jagiellonica war die zentrale Gestalt der Gegenreformation Schwedens und Finnlands. Sie hatte enge Kontakte zu Polen-Litauen, von wo der Legat des Papstes die <em>missio Suetica<\/em> (\u201eMission in Schweden\u201c) koordinierte. Der Plan war es, Schl\u00fcsselpositionen in Schweden mit Katholiken zu besetzen und K\u00f6nig Johann III., der dem Katholizismus bereits sympathisch gegen\u00fcberstand, zu beeinflussen. Katharina unterst\u00fctzte auch viele katholische Priester und Laien, wie auch die Kl\u00f6ster in Vadstena und N\u00e5dendal. Sie half auch Jesuiten, die nach Schweden gesandt worden waren.<\/p>\n<p>Finnland hegte mehr Sympathien zum Katholizismus als Schweden und viele katholische Br\u00e4uche blieben unter den Laien auch noch viele Jahrzehnte nach der Reformation in Gebrauch. Zum Beispiel Rosenkr\u00e4nze wurden in Finnland noch im 17. Jahrhundert als Bestandteil der Marienverehrung verwendet.<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gustav Wasa, der neu gew\u00e4hlte K\u00f6nig von Schweden, sah sich einem ernsten Problem gegen\u00fcber, als sein Land kurz vor dem Bankrott stand. In dieser Situation machte man den K\u00f6nig mit den neuen protestantischen Ideen bekannt, die die Kirche kritisierten, dass sie zu viel Macht und Reicht\u00fcmer besitze. Der K\u00f6nig beschloss, sein Land dem Luthertum zuzuf\u00fchren. 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